Mehr als 1500 Jahre lang wies der weltweit erste und höchste Leuchtturm auf der küstennahen Insel Pharos vor Alexandria den Seefahrern Tag und Nacht den Weg in den grössten Hafen der Antike.
Teile des 135 m hohen Bauwerks, das zu den sieben Weltwundern gezählt wird, sind nun im Meer vor Pharos entdeckt worden. Das Centre des Etudes Alexandrines (CEA) vermisst und kartiert nun mit Hilfe von GPS-Instrumenten von Leica Geosystems die genaue Lage der Überreste.
Entdeckung einer versunkenen Welt
Auf dem Meeresgrund, sechs bis acht Meter unter der Wasseroberfläche, haben Empereur und sein Team eine versunkene Welt entdeckt: Sphynxen aus verschiedenen pharaonischen Epochen, verzierte Steinstatuen, Teile von Königsstatuen aus der ptolomäischen Zeit sowie mehrere zwischen 50 und 75 Tonnen schwere Monolithe, die wahrscheinlich zum verschwundenen Leuchtturm gehörten. Architekten und Taucher haben mehr als 2000 Funde vermessen und kartiert.
Erster Einsatz einer Echtzeit-GPS-Präzisionsvermessung
Dank des GPS-Systems 300 und der Software RT-SKI von Leica Geosystems sind solch schwierige und zeitraubende Arbeiten im Meer um vieles einfacher geworden! Das Positionieren eines Theodoliten am Ufer ist hinfällig, da der Vermesser mit dem Schiff jede beliebige Stelle erreichen kann. Lionel Fadin hat eine Leica- Antenne am Schiff befestigt, die über einen Lotstock mit einem Kabel verbunden war, das bis zum Taucher am Meeresgrund reicht. Im Schiff selbst ist ein Controller CR344 installiert, der on-line alle Daten automatisch und in Echtzeit misst und aufzeichnet.
Weiters hat Fadin am Ufer eine zentrale GPS-System 300-Station von Leica Geosystems als Referenzpunkt aufgestellt - sehr wahrscheinlich an der Stelle, an der früher der äusserste Teil des Leuchtturms stand! Diese Station verfügt ebenfalls über einen GPS-Empfänger SR399, einen Controller CR344 und einen Funksender zur sich bewegenden Bootsantenne AT302. Die RT-SKI Software von Leica Geosystems berechnet und optimiert automatisch und in Echtzeit die Daten beider Stationen. Der Empfang war von Anfang an ausgezeichnet: Fadin konnte gleichzeitig die Signale von acht GPS-Satelliten verfolgen. Alle Daten werden direkt in ein lokales Koordinatensystem übertragen.
Dies bedeutet nicht nur vereinfachte Datenerfassung, sondern auch grössere Genauigkeit und Zeiteinsparunge! Dadurch besteht nun die Möglichkeit, die Zeit, in der wegen hohen Wellengangs nicht getaucht werden konnte, wieder aufzuholen und die Zeit, die die Archäologen unter Wasser verbringen müssen, zu verkürzen!
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
N.Johler
Email:norbert.johler@leica-geosystems.com